gesäubert

Es ist dunkel. Und dann: Ein Licht, das schon bald wieder ... Nebel steigt auf und wird räumlich im Schatten der Dunkelheit und ... schafft einen Ort für das, was hinter Wänden geschieht: Hier tüftelt Tinker beflissen daran, die Liebe ... zu verstehen. Oder: Das zu verstehen, was von der Liebe bleibt, wenn ... ihr Körperteile und Leben geopfert wurden. Und da trotzdem nicht mehr ist als ... Tinker ist es, der diese Wände aus Nebel hochgezogen hat, um seine eigenen einzureißen. In seiner Dunkelheit: Grace, die ihrem Bruder gleichen will, um ganz bei ihm zu sein. Graham, der in der Sucht das Sehnen zu ersetzen sucht. Robin, der mit dem kindlichen Glauben an die wahre Liebe beschenkt, die Angst vor der Zeit entwickelt. Die Frau, die namenlos bleiben muss, um als Sehnsuchtsort zu dienen und dem Schmerz ins Auge schaut. Carl, der durch die Liebe seine Sprache verliert. Und Rod, der durch seine Sprache die Liebe verliert ... die Liebe, die bleibt ... die Liebe, die geht ... die Liebe, die nie da war ... die Liebe, die zu Gewalt wird ... die Liebe, die ausgenutzt wird ... Und dann, ganz im Nebel eingehüllt: Tinkers Versuch, überhaupt zu fühlen, oder einfach nur …

 

Gesäubert erzählt viele und gleichzeitig nur eine Geschichte: die Geschichte von dem Gefühl, wahrhaftig fühlen zu wollen. Und in der Liebe die Projektionsfläche der eigenen Leere zu finden. In der Inszenierung von PAN PRODUCTIONS agiert der Tüftler Tinker als Leiter einer Psychiatrie, die gleichermaßen zum Versuchslabor um die verschiedenen Formen und Grenzen der Liebe wird. Brutal und liebevoll zugleich manipuliert Tinker im Nebel seiner großen Suche nach emotionaler Fülle die Figuren seines inneren Auges bis zum »Ich liebe dich«. Doch was bleibt noch von der Liebe, wenn die Projektionen Wunden werden? Was bleibt, außer Überresten von Körpern im Licht, das in der Dunkelheit zu seinem eigenen Schatten wird?

MIT Andreas Jahncke, Christoph Maasch,  Eric Lenke, Marko Schmidt, Marlene Zimmer, Ole Bechtold

REGIE Sebastian Bolitz

DRAMATURGIE  Hannah Schassner

DEUTSCHE FASSUNG Elisabeth Plessen, Nils Tabert und Peter Zadek
KOSTÜM Josephin Berger
BÜHNE Hannah von Eiff

FOTOS Niko Neuwirth


TRIGGERWARNUNG: Diese Inszenierung behandelt Themen sexualisierter, physischer und psychischer Gewalt und Suizid. Dies kann von einigen Zuschauer*innen als beklemmend empfunden werden.